Mittwoch, 22. Mai 2013

Wenn einer eine Reise tut...

An Pfingsten war ich in einem kleinen Dorf im Weserbergland. Meine Freundin lebt dort und sie hat mich eingeladen, bei der örtlichen Schafschur dabei zu sein.

Weil Schafscherer heutzutage schwer zu bekommen sind haben sich die Schafbesitzer zusammengetan und einen Scherer aus dem Harz kommen lassen. In einem der Höfe hat dieser sein Domizil aufgeschlagen und alle konnten mit ihren Schafen vorbeikommen, um sie scheren zu lassen.


Völlig unverständlich war dieses Verfahren den Texelschafen meiner Freundin. Waren sie doch noch nie verreist! Plötzlich sollten sie auf einen Viehtransporter aufsitzen und ins Dorf fahren ...



Dort angekommen war der Scherer schon bei der Arbeit. Eine kleine Herde von Ouessant-Schafen wurde von ihrer Wolle befreit. Sie sind so winzig, dass sich der Mann richtig zu ihnen runterbeugen mußte.


Anschließend waren die Coburger Füchse dran. Im Gegensatz zu den Ouessants ließen sie die Prozedur ruhig und gelassen über sich ergehen - es geht halt nichts über Lebenserfahrung...


Dann wurden die rund 80 kg schweren Texelschafe in Angriff genommen. Na ja, wenn man schon mal zuschauen kann, was einen erwartet, ist der Rest nur noch halb so schlimm.



Eine kleine Herde Schwarzkopfschafe wartete geduldig, bis sie an der Reihe waren. Im Wagen waren auch etliche Lämmer, die ihre Mütter zur Schur begleiteten und sich das ganze schon mal für nächstes Jahr anschauen konnten.


Auch eine muntere Runde von Heidschnucken bekam hier eine neue Frisur vepasst, denn laut dem kundigen Schafscherer haben diese keine Wolle sondern Haare. Auf dem Bild seht ihr den imposanten Bock der Herde.


Nach einem langen Tag waren alle wieder froh, auf der Weide zu stehen. Wenn auch  etwas nackt - wobei die Bezeichnung "Schafskälte" für das momentane Wetter hier wirklich plakativ verständlich wird.

Es war so ein interessantes Wochenende für mich. Vielen Dank an meine Freundin und die Schafbesitzer des kleinen Ortes, die mir geduldig meine Fragen beantwortet haben. Natürlich konnte ich nicht umhin mir zwei Schaffelle mitzunehmen. Mal sehen, was ich daraus zaubern werde.

Ich wünsche Euch eine warme Stube und einen gemütlichen Tag...

Kommentare:

  1. Vielleicht sollte man das Scherpodest erhöhen wegen der Rückenfreundlichkeit? LG Ate

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  2. OOH, wie schöne Bilder!

    Die braune Heidschnuckenwolle hätt ich SOFORT mitgenommen...

    LG Heike

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    1. Ja, kann ich verstehen. Nicht die vom Bock, aber von einer anderen mehr grau-mellierten Heidschnucke habe ich tatsächlich mitgenommen. Mich haben die langen Haare so fasziniert.

      Lg
      Margit

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  3. Der Heidschnucke hätte ich auch nicht wiederstehen können :o))

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  4. Was für fantastische Bilder ! Bei der Oussantwolle wäre ich auch schwach geworden ! LG Anke

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  5. tolle Bilder und bestimmt ein spannendes WE.
    lg Heike

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  6. Schöne Bilder und bestimmt war es für dich ein tolles Erlebnis.
    LG Ute

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  7. tolle Fotos! Und du hast echt nur 2 Vliese mitgenommen???? Ich durfte am 1. Mai mit zum Schafescheren, und ich bin mit 6 Säcken voll nachHause gekommen.

    Grüße aus Belgien, Beate

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    1. Ja, sag's mir nur ;-) ich habe mich sooooo beherrscht...... Aber mittlerweile bedauere ich es schon. Ich hoffe halt, das meine Freundin auch nächstes Jahr noch dort lebt.
      LG
      Margit

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